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unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Forschung: Versuchseinrichtung zur Grundwasser- und Altlastensanierung (VEGAS)

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Feldstandort "THERIS-I"
Projektleiter:Dr.-Ing. Hans-Peter Koschitzky, AD
Wissenschaftliche Mitarbeiter:Dr.-Ing. Uwe Hiester
Dr.-Ing. Arne Färber
Projektdauer:1.10.2003 - 31.5.2004
Kommentar:

Dieses Projekt gehört zum Forschungsschwerpunkt:
In-Situ Sanierungstechnologien

Publikationen: Link

Zusammenfassung:

Der erste THERIS-Feldeinsatz erfolgte im Jahr 2003/2004 bei einem CKW-Schadensfall in der ungesättigten Bodenzone (UZ) in einem urbanen, dicht bebauten Gebiet am Standort einer ehemaligen chemischen Reinigung. Dort wurde in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts vornehmlich Tetrachlorethen (PER) in den Untergrund eingetragen. Die Sanierung mit einer konventionellen „kalten“ Bodenluftabsaugung (BLA) scheiterte an der geringen Gaspermeabilität des Untergrunds und an der geringen Schadstoffverfügbarkeit in der Gasphase. Die Schadstoffkonzentrationen im Boden überschritten lokal den Sanierungszielwert von 5 mg/kg TS Boden um mehr als den Faktor 30.

Der geologische Aufbau am Standort besteht aus einer sandigen Auffüllung mit Bauschuttbeimengungen, darunter steht bis etwa 2 - 2,5 m u. GOK teils Feinsand, teils schluffiger Sand an. Dieser wird unterlagert von einer etwa 4 bis 4,5 m mächtigen bindigen Sedimentschicht. Darunter steht Mergel an, ab ca. 6,5 m u. GOK dann Mittelsand. Der Flurabstand beträgt ca. 11 m u. GOK. Die höchsten Schadstoffkonzentrationen lagen im unteren Bereich des Mergels und im Schluff vor.

Der mit dem THERIS-Verfahren zu sanierende Bereich lag etwa zwischen 4 und 6,5 m u. GOK im Mergel und dem darunter liegenden Schluff. Das Sanierungsfeld hatte eine Grundfläche von ca. 80 m2. Die In-situ-Sanierung mit dem THERIS-Verfahren sollte binnen weniger Wochen abgeschlossen sein. Defacto erfolgte sie binnen zwei Monaten und wurde durch die überwachende Behörde nach drei Monaten THERIS-Betrieb bestätigt. Zu diesem Zeitpunkt unterschritt die mittlere Bodenkonzentration den Sanierungszielwert um mehr als eine Größenordnung. Die Pilotanwendung des THERIS-Verfahrens war technisch sehr erfolgreich und bewährte sich im Feldeinsatz. Eine Bewertung des ökonomischen und ökologischen Erfolgs findet sich u.a. in (Hiester 2009). Die Sanierungszeit mit dem THERIS-Verfahren wurde gegenüber der prognostizierten Sanierungszeit der „kalten“ BLA um mehr als eine Größenordnung reduziert.