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Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Forschung: Versuchseinrichtung zur Grundwasser- und Altlastensanierung (VEGAS)

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Thermisch unterstützte In-situ-Sanierung der Untergrundverunreinigung durch Perchlorethylen (PCE) auf dem ehemaligen Betriebsgelände "Werk III" der Mettler-Toledo (Albstadt) GmbH in Albstadt-Ebingen, Zollernalbkreis
Projektleiter:Dr.-Ing. Hans-Peter Koschitzky, AD
Stellvertreter:Dr.-Ing. Arne Färber
Wissenschaftliche Mitarbeiter:Dipl.-Ing.(FH) Oliver Trötschler
Projektdauer:1.5.2003 - 30.4.2004
Kommentar:

Dieses Projekt gehört zum Forschungsschwerpunkt:
In-Situ Sanierungstechnologien

Publikationen: Link

Zusammenfassung:

Auf Veranlassung der Mettler Toledo Albstadt GmbH wurde in den heutigen Räumlichkeiten einer Druckerei in Albstadt-Ebingen unter schwierigen geologischen Bedingungen eine thermisch unterstützte In-situ-Sanierung eines PCE-Grundwasserschadenfalls durchgeführt. Die Sanierung erfolgte mittels Injektion eines Sattdampf-Luft-Gemisches bei parallel betriebener Boden-Luftabsaugung und gleichzeitiger Grundwasserentnahme.

Die thermische Sanierung wurde im Oktober 2003 mit Injektion einer Dampf-Luft-Mischung (50 kW) begonnen und Anfang Januar 2004 abgeschlossen. In den ersten 5 Wochen der Dampf-Luft-Injektion erfolgte eine Erwärmung der gesättigten Zone auf Temperaturen zwischen 60 – 100°C. In diesem Zeitraum konnte der Dampfdurchbruch an drei von vier Extraktionsbrunnen erzielt werden. Mit Zugabe des Dampf-Luft-Gemisches in den oberen Bereich des Aquifers erfolgte nach 8 Wochen auch der Dampfdurchbruch am letzten Extraktionsbrunnen, außerdem konnte die ungesättigte Zone erwärmt werden (50 – 100°C).

Die direkt vor der Sanierung gewonnenen 16 Bodenproben ließen im Sanierungsbereich maximal 300 g PCE erwarten. Innerhalb des Sanierungszeitraums von 3 Monaten konnten ca. 10,6 kg PCE ausgetragen werden, wobei 2,2 kg PCE über den Austragspfad Grundwasser entfernt.

Die Grundwasserkonzentrationen an den Extraktionsbrunnen gingen im Bereich der unterstromig gelegenen Brunnen von bis zu
7800 µg PCE/l auf Werte unter 100 µg PCE/l zurück, während die Konzentrationen an den oberstromig gelegenen Brunnen kaum zurück gingen. Dies und vergleichsweise hohe Konzentrationen an einem weiteren oberstromig gelegenen Überwachungsbrunnen begründen den Verdacht eines Zustroms von kontaminiertem Grundwasser.

Im Ergebnis verlief die thermische In-situ-Sanierung erwartungsgemäß. Der Kernbereich der Kontamination konnte effizient erwärmt und von den Schadstoffen abgereinigt werden. Der zeitliche Schadstoffaustrag lag um Faktoren über den Leistungen der vorangegangenen „konventionellen“ Sanierung. Die Sanierung konnte termingerecht erfolgreich und mit einer hohen Effizienz entsprechend den Anforderungen des öffentlich-rechtlichen Sanierungsvertrags zwischen dem Landratsamt Zollernalbkreis und der Mettler-Toledo (Albstadt) GmbH abgeschlossen werden.

Eine detailliertere Projektbeschreibung finden Sie hier .