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unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Forschung: Versuchsanstalt für Wasserbau

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Entlandungskonzept Unterbecken PSW Glems
Projektleiter:Prof. Dr.-Ing. Silke Wieprecht
Stellvertreter:Dr.-Ing. Sven Hartmann, AOR
Wissenschaftliche Mitarbeiter:Dipl.-Phys. Gerhard Schmid
Projektdauer:20.10.2011 - 19.4.2013
Finanzierung:EnBW Kraftwerke AG
Kommentar:

Dieses Projekt gehört zum Forschungsschwerpunkt:
Hydromorphologie

MMM - Monitoren, Messen und Modellieren

Publikationen: Link

Zusammenfassung:

In Folge des langjährigen Betriebs des PSW Glems haben sich vor dem Einlauf des Grundablasses erhebliche Sedimentablagerungen gebildet, die ein Setzen der Revisionsverschlüsse verhindern. Um Revisionsarbeiten und Nachrüstungen im Bereich des Grundablasses zu ermöglichen, muss das angelandete Material in einem ersten Schritt entfernt und nachfolgend sichergestellt werden, so dass ein erneutes Zusetzen der Verschlüsse durch Sedimente weitgehend unterbunden wird.
Gegenwärtig sind die Zusammenhänge, die zur Sedimentanlagerung in diesem Bereich führen, nicht eindeutig rekonstruierbar. Möglich ist, dass durch den Pump- und Turbinenbetrieb ein Makrowirbel entsteht, der die Feststoffe bevorzugt in den Bereich des Grundablasses verdriftet, wo sich ein Teil absetzt. Ebenfalls ungeklärt ist bislang, welchen Einfluss die weiteren Zuflüsse haben, die bei starken Niederschlägen im Einzugsgebiet ebenfalls nicht unerhebliche Mengen an Sedimenten eintragen könnten. Außerdem gilt es, die Wirkung der Vorsperre hinsichtlich der Reduzierung des Sedimenteintrags zu beurteilen.
Die Entlandung eines Speicherbeckens ist eine komplizierte und vielschichtige Aufgabe. Zu beachten sind wasser-, naturschutz-, abfall- und immissionsschutzrechtliche Vorgaben und Einschränkungen sowie Betreiberinteressen. Zur Erzielung eines aus Sicht des Auftraggebers (AG) optimierten Ergebnisses hinsichtlich Kosten, Zeitrahmen und betrieblicher Eingriffe ist eine Vorbereitung in Form einer ingenieurmäßigen Planung unerlässlich. Im Allgemeinen empfiehlt sich, in Anlehnung an den DWA-Themenband „Entlandung von Stauräumen“, die Unterteilung des Vorhabens in mehrere Planungsphasen, um z. B. auf der Basis der erhobenen Grundlagendaten zunächst diejenigen Entlandungsvarianten zu ermitteln, die sich den örtlichen und betrieblichen Bedingungen nach am besten eignen. In den weiteren Schritten werden dann die spezifischen Planungen vorgenommen, die Ausschreibung erstellt, die Maßnahme kontrollierend begleitet und schließlich der Erfolg dokumentiert und beurteilt.
Ein Bericht dokumentiert die durch das Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung (IWS) durchgeführten Sedimententnahmen, die Auswertung grundlegender Daten zur Beurteilung des Verlandungsvolumens sowie das Ergebnis von Geschwindigkeitsmessungen bei Pump- und Turbinenbetrieb. Auf der Basis der aus den Messkampagnen und Analysen gewonnenen Erkenntnisse werden schließlich Strategien zur teilweisen Entlandung des Unterbeckens abgeleitet und deren Machbarkeit beurteilt. Aufgrund der Geometrie des Unterbeckens sowie der Eigenschaften der eingetragenen Schwebstoffe sind die Möglichkeiten zur Beeinflussung der künftigen Verlandungscharakteristik begrenzt. Ein dauerhaftes Freihalten des Grundablasses durch alleinige Lenkungsmaßnahmen ist nicht zu erwarten.