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unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Forschung: Versuchseinrichtung zur Grundwasser- und Altlastensanierung (VEGAS)

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CityChlor - Tackling Urban Soil and Groundwater Contamination caused by Chlorinated Solvents
Projektleiter:Dr.-Ing. Hans-Peter Koschitzky, AD
Projektdauer:1.12.2008 - 30.6.2013
Finanzierung:EU INTERREG IVB North-West Europe (NWE)
Projektpartner:ITVA, http://www.itv-altlasten.de/projekte/citychlor/
Kommentar:

Dieses Projekt gehört zum Forschungsschwerpunkt:
In-Situ Sanierungstechnologien

Publikationen: Link

Zusammenfassung:

Das INTERREG IVB North-West Europe (NWE)-Projekt CityChlor - Tackling Urban Soil and Groundwater Contamination caused by Chlorinated Solvents) hat im Rahmen der Abschlusskonferenz am 15./16.05.2013 in Gent seine Ergebnisse vorgelegt, die seit 2009 durch neun europäische Partner erarbeitet wurden. Übergeordnetes Ziel der transnationalen Zusammenarbeit von 9 Partnern aus Belgien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden war die Entwicklung eines integralen, flächenorientierten Ansatzes zum Umgang mit CKW-Kontaminationen des Bodens und des Grundwassers im städtischen Umfeld, der mit Blick auf eine nachhaltige Stadtentwicklung technische, ökologische und sozio-ökonomische Aspekte bei der Sanierung verknüpft. Um gleichartigen Problemen in den europäischen Ländern zu begegnen, wurden in dem Projekt Lösungsansätze gemeinsam weiterentwickelt und angewandt. Die Europäische Union gewährte dafür eine Förderung von insgesamt 2,6 Millionen Euro aus dem Programm INTERREG IVB Nordwesteuropa.

Die Federführung von CityChlor lag bei OVAM, der regionalen Umweltagentur Flanderns. Als Projektpartner waren die Stadt Utrecht in den Niederlanden, die staatliche niederländische Agentur für Know-how-Transfer Boden und Grundwasser NL Agency Bodem+, die belgischen Städte Mortsel und Gent sowie die Agentur für Umwelt und Energie ADEME und das Nationale Institut für Industrie- und Umweltrisiken INERIS aus Frankreich beteiligt. Aus Deutschland haben sich die Landeshauptstadt Stuttgart und der ITVA angeschlossen.

Die Modellvorhaben befassten sich mit den Aspekten Untersuchungstechnik, Sanierungstechnik, Stadtplanung, Finanzierung, mit rechtlichen Aspekten und mit der Bürgerbeteiligung bzw. Kommunikation. Bei sieben Modellvorhaben wurden jeweils innovative Bausteine eingesetzt und getestet:
  • Injektion von Nano-Eisen zur Schadensherdsanierung (Flandern)
  • Innovative Erkundungstechniken, z.B. EnISSA-MIP und Direct Push (Flandern, Utrecht, Frankreich)
  • Kommunikation bei der Altlastensanierung (Gent)
  • Erkundungstechniken für Boden, Bodenluft, Raumluft und Grundwasser, z.B. Passivsammler und Raumluftuntersuchungen (Frankreich)
  • Pilotversuch einer thermischen In-situ-Sanierung. Ökonomische und städtebauliche Aspekte der Flächenentwicklung (Stuttgart)
  • Untersuchung biologischer Abbauprozesse (Utrecht)
  • Aquifer Thermal Energy Storage - ATES (Utrecht).
Insgesamt sind rund 50 technische Handbücher und Berichte sowie neun Dokumentations-filme entstanden, die eine Vielzahl technischer Konzepte zum Umgang mit LCKW-kontaminierten Böden und Grundwässern im städtischen Raum bei der Entwicklung und Wiedernutzung von Grundstücken beschreiben. Die im Rahmen des Projektes erworbenen Erfahrun-gen wurden in einer kompakten Broschüre zusammengestellt: “An integrated approach to tackle pollution of soil and groundwater in the cities”. Diese soll dazu beitragen, Stadtverwaltungen und ¬planer, Investoren sowie politische Entscheidungsträger zu ermuntern, die Sanierung von Untergrundverunreinigungen nicht als unlösbares Problem zu betrachten, sondern den integralen Ansatz als Möglichkeit anzusehen, offen und flexibel mit komplexen Kontaminationen umzugehen. Alle im Rahmen des Projektes erarbeiteten Dokumente stehen auf der CityChlor Website zum Download zur Verfügung (www.citychlor.eu).