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unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Forschung: Versuchseinrichtung zur Grundwasser- und Altlastensanierung (VEGAS)

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Pilothafte In-situ-Sanierung eines BTEX-Schadens mit dem TUBA-Verfahren beim Heiz- und ehemaligen Gaswerk Plauen
Projektleiter:Dr.-Ing. Hans-Peter Koschitzky, AD
Wissenschaftliche Mitarbeiter:Dr.-Ing. Reinhard Schmidt
Dr.-Ing. Christoph Betz
Dr.-Ing. Arne Färber
Projektdauer:1.4.1997 - 30.6.1999
Finanzierung:Züblin Umwelttechnik GmbH, Stuttgart
Kommentar:

Dieses Projekt gehört zum Forschungsschwerpunkt:
In-Situ Sanierungstechnologien

Publikationen: Link

Zusammenfassung:

Am Standort Plauen wurde von 1910 bis 1976 ein Gaswerk betrieben, auf dessen Gelände infolge von Betankungsverlusten während der gesamten Betriebszeit der Untergrund bis zum Grundwasserstauer mit BTEX-Aromaten verunreinigt wurde, so dass eine akute Gefährdung für den direkt angrenzenden Vorfluter bestand.
Auf Grundlage des erkundeten kontaminierten Bodenvolumens und der mittleren BTEX-Bodenkonzentrationen wurde die sich im Untergrund befindliche Schadstoffmasse auf ca. 130 kg geschätzt.

Zur Sanierung des Stadortes wurden um den stark kontaminierten Bereich insgesamt acht Dampfinjektionsbrunnen angeordnet, die in der stark belasteten Schluffschicht verfiltert sind und in die Dampf vom naheliegenden Heizkraftwerk injiziert wurde. Über zwei Extraktionsbrunnen wurde die Bodenluft und verdampfter Schadstoff abgesaugt, durch einen Kondensator und über Aktivkohle geleitet. Mit einem speziell entwickelten Flüssigphasenextraktionssystem konnte eventuell in den Extraktionsbrunnen anfallende heiße Schadstoffphase abgepumpt werden. Die Anlage war mit den erforderlichen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet und konnte vollautomatisch betrieben werden.

Während der zeitlich vorgeschalteten „kalten“ Bodenluftabsaugung (BLA) wurden in der abgesaugten Bodenluft geringe BTEX Konzentrationen zwischen 0,07 mg/m3 und 50 mg/m3 gemessen. Vor Inbetriebnahme der Dampfinjektion wurden durch den 31 Tage dauernden “kalten” Bodenluftabsaugung nur ca. 250 g BTEX ausgetragen. Der Wärmeeintrag führte hingegen zu einer raschen und starken Erhöhung der BTEX Konzentrationen von anfangs 10 mg/m3 auf den Spitzenwert von 1950 mg/m3 in der abgesaugten Bodenluft. Aus den Bodenluftkonzentrationen und dem abgesaugten Volumenstrom konnte der zeitliche Massenaustrag berechnet werden.

Die Kosten der thermisch unterstützten Bodenluftabsaugung durch Dampfinjektion (TUBA) beliefen sich auf insgesamt 264.000 DM. Die spezifischen Kosten pro Tonne gereinigten Bodens sind mit 242 DM in diesem Fall im Vergleich zur kalten Bodenluftabsaugung deutlich geringer.

Eine detailiertere Projektbeschreibung erhalten Sie im 7 Jahresbericht 1994 - 2001, Lehrstuhl Hydraulik und Grundwassser, pp 144 - 145, Prof. Dr.h.c. Helmut Kobus, PhD, Institut für Wasserbau Universität Stutgart.