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unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasserbau - IWS

Selected Topics and International Network Lectures

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Dienstag
18.01.2005
16:00 Uhr
Dr.-Ing. Kai Gerlinger, Ingenieurbüro Dr.-Ing. Karl Ludwig, Karlsruhe

Regional differenzierte Veränderung des Abflussgeschehens in Baden-Württemberg durch den Klimawandel

Die zukünftigen Auswirkungen der Klimaveränderung auf den Wasserhaushalt werden im Rahmen des KLIWA-Projekts durch die Umsetzung von regionalen Klimaszenarien als Input für Wasserhaushaltsmodelle (WHM) abgeschätzt. Zunächst wurden drei Arbeitsgruppen beauftragt, regionale Klimaszenarien sowohl für den Ist-Zustand (1971–2000) als auch für ein Zukunftsszenario (2021–2050) für Süddeutschland zu erstellen. Für die Berechnung der Klima­szenarien wurden statistische Verfahren des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und der Firma Meteo-Research sowie das dynamische Modell REMO des Max-Planck-Instituts für Meteorologie ausgewählt.

Die hydrometeorologischen Daten dieser Klimaszenarien werden als Eingangsdaten für die Simulationen mit den WHM verwendet. Dazu sind für alle Flussgebiete von Baden-Württemberg WHM mit einer hohen räumliche Auflösung von 1 km² mit dem Programmsystem LARSIM aufgestellt worden. In den WHM werden die unterschiedlichen Komponenten des Wasserhaushalts (z.B. Verdunstung, Versickerung, Abfluss) nachgebildet. Die WHM können bei Verwendung von hydrometeorologischen Messdaten als Eingabegröße die gemessenen Abflüsse gut nachbilden. Daher kann davon ausgegangen werden, dass in der Modellkette vom Klimamodell zum Wasserhaushaltsmodell durch das WHM die Unschärfe der Ergebnisse nicht deutlich vergrößert wird.

Zunächst wurden die drei Klimaszenarien mit dem WHM für das Neckareinzugsgebiet umgesetzt. Am Beispiel des Pegels Rockenau/Neckar werden im Vortrag zunächst die Simulationsergebnisse unter Verwendung der drei Klimamodelle vorgestellt. Für die Simulation des Abflussgeschehens für alle Flussgebiete in Baden-Württemberg wurde das Verfahren der Firma Meteo-Research ausgewählt. Die Analyse dieser Ergebnisse zeigt die regional differenzierte Unterschiede in der Abflussreaktion der Einzugsgebiete auf den Klimawandel entsprechend dem verwendeten Klimaszenarium. Dabei werden vor allem die relativen Unterschiede zwischen dem simulierten Ist-Zustand und dem Zukunftsszenario betrachtet, um systematische Modellfehler zu minimieren. Zudem werden die Ergebnisse der WHM im statistischen Sinne (z.B. mittlere monatliche Abflüsse, Rangfolgen) ausgewertet.

Das Kooperationsvorhaben KLIWA, die angewandten Methoden und Modelle sowie die bereits vorliegenden Ergebnisse können im Internet unter www.kliwa.de abgerufen werden.