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unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Abstract

 
   

"Hydromorphologische Untersuchungen an einem Fließgewässer im Norden der Mongolei (Kharaa-Einzugsgebiet): Grundlagenerarbeitung für die Interpretation biologischer Daten"

Wassermanagement ist in den semi-ariden und ariden Regionen Zentralasiens von großer Bedeutung. Im Rahmen eines vom BMBF geförderten Projektes wurde das Kharaa- Einzugsgebiet im Norden der Mongolei als Modellregion identifiziert, um dort Strategien für ein Integriertes Wasserressourcenmanagement zu konzipieren. Ein wesentlicher Punkt dieses Projektes ist die Entwicklung von Bio-Monitoring Verfahren, die auf der Fisch- und Makrozoobenthosfauna basieren. Hydromorphologische Ausprägungen spielen eine Schlüsselrolle bei der Verteilung und Zusammensetzung der aquatischen Fauna, daher stellt die Analyse der hydromorphologischen Gegebenheiten eine Grundvoraussetzung für alle weiteren Untersuchungen dar. Ziel dieser Arbeit ist eine umfassende hydromorphologische Beschreibung des Kharaa-Einzugsgebiets auf der Meso- und Makroskala. Das Kernstück dieser Untersuchung bildet ein Datensatz, der während einer Expedition im Frühjahr 2007 erhoben wurde. Hierbei wurden 17 Probestellen entlang des Kharaa und seiner Zuflüsse untersucht. Insgesamt wurden für die hydromorphologische Charakterisierung neun Kenngrößen identifiziert: Abfluss, Mittlere Breite, Breitenvariabilität, Tiefenvariabilität, Gesamtgefälle, Varianz, Mittelwert und Median der Sohlschubspannung und die Substratzusammensetzung. Mit diesen Parametern war es möglich die Probestellen auf der Mesoskala zu beschreiben. Zusätzlich zu diesen Felddaten wurden noch Satellitenbilder und andere geographische Informationen (GIS-Daten) herangezogen, hauptsächlich für eine großräumliche geologische und geomorphologische Einordnung des Einzugsgebiets. Nach einer umfassenden Analyse der vorhandenen Ergebnisse stellte sich heraus, dass sich sowohl die Gefälledaten als auch die Daten zur Mittleren Breite über den Hauptflussverlauf mathematisch interpolieren lassen. Dabei konnten akzeptable Ergebnisse für die Breitenentwicklung (r=0,87) und sehr gute Ergebnisse für die Gefällenetwicklung (r=0,98) aufgezeigt werden. Mit diesen Resultaten konnte eine Gliederung des Kharaa hinsichtlich biozönotischer Regionen nach Huet (1949) und Illies (1963) vorgenommen werden. Anschließend wurden diese Ergebnisse mittels lokalen Messwerten, Daten aus einem digitalen Höhenmodell und Satellitenbildern auf das restliche Einzugsgebiet extrapoliert. Entlang des Kharaa- Hauptflusses konnten die Ergebnisse anhand von Befischungsdaten verifiziert werden. Damit konnte bereits ein Zusammenhang zwischen biologischen und hydromorphologischen Daten nachgewiesen werden.