Bild von Institut mit Institutslogo
homeicon uni sucheicon suche siteicon sitemap kontakticon kontakt
unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Abstract

 
   

"Resumee und Ausblick: Können die Anwendungsbereiche Thermischer In-situ-Sanierungsverfahren erweitert werden"

Thermische In-situ-Sanierungsverfahren finden vermehrt Eingang in die Praxis, wie die vorge-stellten Beispiele aus Österreich und Deutschland zeigen. Auch zahlreiche Vorträge (in zwei "special sessions") auf der erst jüngst am 22. bis 24. September 2010 in Salzburg stattgefundenen ConSoil2010, der größten internationalen Altlasten-Konferenz in Europa - bestätigen dies und machen deutlich, welche Potentiale in diesen Verfahren stecken. Thermische In-situ-Sanierungsverfahren sind keine Standartlösungen und auch keine "Allheilmittel" zur Sanierung unsere zahlreichen Altlasten, sie können aber, einen gezieltem und fachkundigen Einsatz vorausgesetzt, zu sehr effizienten, ökonomischen und vor allem nachhaltigen Sanierungen von Schadensherden (Quellen) bei organischen Schadstoffen führen. Die verschiedenen Verfahren haben je nach Art des Energie-(Wärme-)Eintrags unterschiedliche Anwenungsbereiche und -Grenzen und eignen sich schwerpunktmäßig für die Entfernung organische Schadstoffquellen aus der ungesättigten und gesättigten (Grundwasser) Bodenzone für poröses Bodenmaterial bis hin zu Kluftgesteinen. Insbesondere stellen sie, wie keine anderen In-situ-Verfahren, Möglichkeiten bereit zur Lösungen des wohl gravierendsten Problems europaweit in der Altlastensanierung - der CKW Grundwasserschäden. Dies darf jedoch nicht dazu verleiten, die Anwendungsbereiche und vor allem die -grenzen außer Acht zu lassen. Ein falscher oder übereilter Einsatz der Verfahren würde zwangsläufig zu "Misserfolgen" führen und würde dem "Ansehen" der Verfahren schaden und eine weitere Verbreitung der Anwendung behindern. Voraussetzung für einen optimalen und erfolgreichen Einsatz der Verfahren ist eine sorgfältige und fundierte Erkundung der zu sanierenden Schadensbereiche. Außerdem sind in vielen Fällen im Rahmen der klassischen Schadenserkundung ergänzende Voruntersuchungen am Standort wie z.B. Bodenluftabsaugversuche, Gastracerversuche, Kurzpumpversuche etc. erforderlich, um sicher zu stellen, dass der zu bearbeitende Standort sowohl hydraulisch als auch pneumatisch kontrolliert und damit der Schadstoffaustrag gezielt erfolgen wird. Diese Untersuchungen sind auch für eine zuverlässige Auslegung der Anordnung der Sanierungseinrichtungen erforderlich. Bei komplexen Standort- oder Schadstoffsituationen empfiehlt sich in der Regel eine Pilotierung oder ist zum Teil sogar unerlässlich. Einerseits, um eine maximale Sicherheit für einen Sanierungserfolg zu erhalten, anderseits aber auch, um die Sanierung optimal auslegen und betreiben zu können. Die durch die zusätzlichen Erkundungs- und Untersuchungsmaßnahmen entstehenden Kosten insbesondere auch die einer Pilotierung - die auch bereits eine Teilsanierung eines Schadens darstellt - werden um ein Vielfaches bei der späteren Gesamtsanierung eingespart. Thermischen In-situ-Verfahren befinden sich durch jahrelange intensive F&E-Aktivitäten die Dank der Forschungsförderung in Deutschland seitens des BMBF (Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Technologie, dem Umweltministerium Baden-Württemberg mit seinen Förderprogrammen PWAB (Projekt Wasser, Abfall, Boden) und BWPLUS (Baden-Württemberg Programm Lebensgrundlage Umwelt und ihre Sicherung) und den Forschungsprogrammen der EU (FP4 und 5) sowie zahlreicher kleinerer Vorhaben auf einem guten Weg in die Anwendung.