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unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Abstract

 
   

"Innovative In-situ-Sanierungsverfahren - die ITVA-Arbeitshilfe zur Unterstützung bei der Altlastensanierung"


Das Problem der Altlasten und Schadensfälle beschäftigt uns in Deutschland seit über zwanzig Jahren und wird uns noch lange beschäftigen. Auch wenn in der öffentlichen und politischen Diskussion andere Themen im Vordergrund stehen, gibt es nach wie vor zahlreiche schwierige Schadensfälle z.B. unter Gebäuden, in großen Tiefen, in stark heterogenen Untergrundstrukturen oder mit komplexen Belastungssituationen, für deren Sanierung Lösungen erforderlich sind. Andererseits gibt es bereits lang laufende Sanierungen, deren Sanierungserfolg zeitlich nicht absehbar ist oder aus ökonomischen wie auch ökologischen Gründen kritisch hinterfragt werden muss.

Zur Unterstützung der Altlastensanierung und zur Lösung einiger Problemfälle können spezielle – innovative – In-situ-Sanierungsverfahren einen wertvollen Beitrag leisten. Diese Sanierungsverfahren machen sich komplexe physikalische, chemische und biologische Vorgänge zu Nutze. Sie stellen einen hohen Anspruch an den Planer, an den Ausführenden aber auch an die Genehmigungsbehörden. Sie bieten – einen sorgfältigen und sachgerechten Einsatz vorausgesetzt – ein hohes und erfolgversprechendes Sanierungspotential. Sie stellen aber weder Patentlösungen dar noch gibt es ein „Universalverfahren“ zur Lösung der vielfältigen Probleme. Vielmehr müssen die Auswahl und der Einsatz in jedem Einzelfall sehr sorgfältig erfolgen. Dabei müssen insbesondere auch ihre Einsatzbereiche und Anwendungsgrenzen beachtet werden, denn ein falscher Einsatz kann durchaus Gefahren im Sinne eine Verschlechterung der Altlastensituation mit sich bringen.

In den letzten Jahren werden zunehmend, oft basierend auf „Erfahrungen“ in den USA, „innovative“ In-situ-Sanierungsverfahren angeboten. Die Beurteilung der Einsatzfähigkeit eines Verfahrens ist häufig auf Grund der Firmenunterlagen der Anbieter und mangelnder nachvollziehbarer Referenzen nicht sachgerecht möglich. Die Anwendungsbereiche, Anwendungsvoraussetzungen und -grenzen der Verfahren sind nicht wertfrei und eindeutig beschrieben, eventuelle Risiken werden nicht erkannt oder genannt. Auch muss der Einsatz in Deutschland unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen erfolgen und abgewogen werden. Hierzu bedarf es einer genauen, bisher leider oft fehlenden Detailkenntnis der Verfahren und einer neutralen fachlichen Beurteilung. Im Vorfeld der Verfahrensauswahl bedarf es oft auch einer zusätzlichen Standort(nach)erkundung. Fallweise sind auch ergänzende Voruntersuchungen für den Einsatz eines Verfahrens und den jeweils speziellen Bedingungen eines Standorts erforderlich oder zu empfehlen, um einen optimalen und erfolgreichen Einsatz sicher zu stellen. Beides wird leider oft aus Kostengründen - obwohl diese einerseits nur einen Bruchteil der späteren Sanierung betragen würde und andererseits zu einem sowohl ökonomischen als auch effizienten Verfahrenseinsatz führen - nicht durchgeführt wird. Der Arbeitskreis „Innovative In-situ-Sanierungsverfahren“ im ITVA-Fachausschuss H1 „Technologien und Verfahren“ hatte sich daher zum Ziel gesetzt, den Entwicklungsstand und die bisherigen „Praxiserfahrungen“ bei der Anwendung innovativer In-situ-Sanierungsverfahren und ihre Einsatzmöglichkeiten und -grenzen kritisch zu hinterfragen, aufzuzeigen und in systematischer Form darzustellen und will mit dieser Arbeitshilfe auch dazu beitragen, dass diese Verfahren bei der Altlastensanierung vermehrt eingesetzt werden.