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unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Abstract

 
   

"Grundwasserabstromerkundung mittels Immissionspumpversuchen – Übersicht und Anwendungsbeispiele"

Der Arbeitskreis Innovative Erkundungs-, Sanierungs- und Überwachungsmethoden im Altlastenforum Baden-Württemberg hat in einem Statusbericht (af Heft 16, Ptak, T. et al, 2013) den derzeitigen Kenntnis- und Entwicklungsstand der Grundwasserabstromerkundung mittels Immissionspumpversuchen zusammengefasst und den Stand der Technik, die Planung, Implementierung und Anwendungsstrategien dargestellt. Anhand ausgeführter Beispiele aus der Altlastensanierungspraxis werden die Möglichkeiten aufgezeigt. Der Vortrag gibt, basierend auf dem Statusbericht einen zusammenfassenden Überblick über das Verfahren und dessen Einsatzmöglichkeiten anhand einiger Fallbeispiele. Die Quantifizierung einer Grundwassergefährdung im Abstrom eines potentiellen oder bekannten Schadensherdes ist eine schwierige Aufgabe im Rahmen der Altlastenbearbeitung. Oft erfolgt dies entweder indirekt über die Bestimmung von Schadstoffgehalten aus Bodenproben bzw. Eluaten im Schadensherd oder direkt über Grundwasseranalysen aus Messstellen im Grundwasserabstrom. Aufgrund der Heterogenität des Untergrunds und der Schadstoffverteilung im Schadensherd, einhergehend mit Fragen der Repräsentativität der Boden- oder Grundwasserproben, dem Problem aus den Feststoffgehalten stoffspezifisch und zuverlässig mögliche Sickerwasser- oder Grundwasserkonzentrationen umzurechnen bzw. Eluatkonzentrationen mit den Boden- und Grundwasserkonzentrationen zu korrelieren, können beide Methoden nicht unerhebliche Unsicherheiten aufweisen. Eine weitere Schwierigkeit ist die Regionalisierung der aus Punktinformationen (Boden- oder Grundwasserproben) ermittelten Schadstoffkonzentrationen, um daraus eine Gesamtbelastung im Abstrom und somit eine eventuelle Gefährdung an einem Standort abzuleiten. Im Gegensatz dazu ermöglicht das Verfahren des Immissionspumpversuches (IPV) zur Grundwasserabstromerkundung eine räumlich integrierende Bestimmung des Schadstoffmassenflusses im Abstrom eines vorhandenen oder potentiellen Schadensherdes. Unter Verwendung von Schadstoff-Konzentrationsganglinien aus Pumpversuchen, wird eine bessere Qualifizierung und Quantifizierung einer Grundwassergefährdung möglich. Die Grundidee zu dem integralen Erkundungsverfahren fand sich bereits im Frachtkonzept in den Hinweisen zur Verwaltungsvorschrift über Orientierungswerte für die Bearbeitung von Altlasten und Schadensfällen vom September 1993 (LUBW, 1998). Sie ist in dem Leitfaden zur Untersuchungsstrategie Grundwasser der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW, 2008) konkretisiert. Dabei wurde ähnlich wie in der Bundesbodenschutz- und Altlastenverordnung (BUNDESREGIERUNG, 1999) der Gedanke des Massenflusses an Kontrollebenen als zusätzliches Kriterium neben der reinen Konzentrationsbetrachtung eingeführt. Immissionspumpversuche stellen somit eine wichtige Erkundungsmethode als Baustein flächenintegraler Konzepte dar, auf dessen Basis anhand analytischer und numerischer Auswertemethoden zeitlich und räumlich integrierend Konzentrationsverteilungen und Schadstofffrachten ermittelt werden können.