Bild von Institut mit Institutslogo
homeicon uni sucheicon suche siteicon sitemap kontakticon kontakt
unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Abstract

 
   

"Direct-Push-Verfahren"

Für die Erkundung des Untergrundes beispielsweise im Rahmen der Altlastenbearbeitung, von Baugrunduntersuchungen oder für die Bearbeitung wasserwirtschaftlicher Fragestellungen kommen seit den letzten zehn Jahren in Deutschland vermehrt Erkundungsmethoden zum Einsatz, die auf bestimmten oft recht neuen Sondierverfahren basieren. Diese Verfahren werden oft noch recht „unspezifisch“ als „Direct Push“ bezeichnet, obwohl sich dahinter eine Vielzahl ganz unterschiedlicher technischer Erkundungsverfahren mit teils sehr differenzierten Zielrichtungen verbirgt. Diese Verfahren stellen je nach Art der eingesetzten Technologie im einen Fall sinnvolle Ergänzungen, in anderen Fällen aber auch direkte Alternativen zu klassischen Erkundungsmethoden dar. Ungeachtet dessen sind die Einsatzmöglichkeiten, Anwendungsbereiche und -grenzen vielfach noch unklar oder gänzlich unbekannt. Daher sah der Arbeitskreis das Erfordernis, einen Überblick über diese Verfahren zu geben und sie detailliert darzustellen. Der Statusbericht Direct-Push-Verfahren fasst dementsprechend den gegenwärtigen Stand der Direct-Push-Technologien zusammen. Er gibt einen Überblick über die Vielzahl der verfügbaren Direct-Push-Werkzeuge und zeigt anhand von Anwendungsbeispielen deren spezifische Einsatzmöglichkeiten auf. Dabei werden die Anwendungsbereiche und die besonderen Vorteile gegenüber herkömmlichen Verfahren aber auch die Limitierungen und Besonderheiten von Direct Push verdeutlicht. Richtung weisend für den praktischen Einsatz sind v.a. aber die zielspezifischen Eignungsbeschreibungen der einzelnen Direct-Push-Technologien. Grund hierfür ist, dass Direct-Push-basierte Untersuchungsprogramme sehr gut auf die lokale Fragestellung bzw. auf die Zielanforderungen bestimmter Erkundungsaufgaben zugeschnitten werden können. Gerade dies erlaubt es, flexibel und schnell auf Untersuchungsbefunde zu reagieren bzw. das Untersuchungsprogramm aufgrund der gewonnenen Ergebnisse vor Ort anzupassen. Damit lassen sich bei vergleichsweise geringen Kosten relativ schnell bzw. kurzfristig Informationen über die dreidimensionale Schadstoffsituation gewinnen, die als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage für das weitere Vorgehen dienen. Zu empfehlen ist, den fallspezifischen Einsatz in Frage kommender Direct-Push-Verfahren möglichst frühzeitig in der Projektplanung mit den zuständigen Behörden und allen Beteiligten, vor allem im Hinblick auf die fachliche und rechtliche Einschätzung der zugehörigen Untersuchungsergebnisse, abzustimmen. Mit Blick auf die behördliche Akzeptanz wurde der Bericht intensiv mit Vertretern des Amts für Umweltschutz der Landeshauptstadt Stuttgart (AfU) diskutiert. Besonderer Dank gilt hierbei Prof. Dr. Gerd Wolff, der in der Endphase der Berichtserstellung den Bearbeitern zahlreiche kritische und wertvolle Anregungen geben hat, die in den Bericht eingeflossen sind. Der Statusbericht richtet sich an Gutachter und Praktiker aus Beratungs- und Ingenieurbüros sowie an die Umweltbehörden – speziell aus den Bereichen Boden- und Grundwasserschutz. Er soll zur Verbreitung und zum fachgerechten Einsatz der Direct-Push-Verfahren beitragen und mögliche Vorbehalte gegenüber diesen neuen Technologien abbauen.