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unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Abstract

 
   

"Thermische In-situ-Sanierung: Grundlagen und Fallbeispiele"

Zusammenfassung und Ausblick

Nach über 20 Jahren Entwicklungsarbeit, Technologietransfer und Anwendungserfahrung stehen mit den thermischen In-situ-Sanierungsverfahren Möglichkeiten zur Verfügung Kontaminationsquellen im Boden und Grundwasser, hervorgerufen durch organische Schadstoffe, effektiv und nachhaltig zu beseitigen.
Die Beurteilung der Einsatzmöglichkeiten, die Verfahrensauswahl und die Auslegung eines möglichen Einsatzes erfordern einerseits detaillierte Standortkenntnisse aber andererseits auch eine entsprechend hohe Sachkenntnis und Erfahrung des Planers bzw. des Gutachters. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass die Verfahren mit hohem Überwachungs- und Steuerungsaufwand und mit entsprechendem Personaleinsatz verbunden sind.
Erfahrungen in den letzten Jahren haben auch gezeigt, dass zwischen den an einer Sanierung Beteiligten (Sanierungspflichtiger / Geldgeber, Sanierungsfirma, Gutachter und Behörden) eine offene und zeitnahe Kommunikation erforderlich ist, um z.B. während der Sanierung auf untergrundbedingte Änderungen und Anpassungen kurzfristig und flexibel reagieren zu können. Hierzu müssen die Entscheidungsträger im Team mit eingebunden sein.
Es bleibt festzustellen:
  • Die Dimensionierung einer Dampf-Luft-Injektion entsprechend dem Stand der Technik im Rahmen der Sanierungsplanung ist möglich, jedoch gibt es noch ein Defizit an entsprechenden Planern.
  • Ein Dimensionierungstool zur Auslegung einer Sanierung wurde erarbeitet und steht auf der Homepage von TASK kostenlos zur Verfügung.
  • Eine vollständige und nachhaltige Sanierung von Schadensherden innerhalb definierten und bestimmbaren Zeiträumen (mit gewissen Bandbreiten) ist möglich.
  • TIsS erfordern eine intensive Sanierungsbegleitung und -steuerung (Online-Datenerfassung, Anlagensteuerung).
  • Einsatzbereiche und Anwendungsgrenzen werden ständig „erweitert“ bzw. „ausgereizt“, zum Teil über Pilotanwendungen.
  • Der Einsatz im Kluftgestein ist möglich.
  • Durch zahlreiche Referenzprojekte ergeben sich immer neue Erkenntnisse und Erfahrungen („Lessons learned“).
  • Entwicklung war / ist nur möglich durch viele Beteiligte und entsprechende Geldgeber.
Somit kann mit Blick auf die Zukunft gesagt werden, dass bei sorgfältiger und sachkundiger Anwendung mit TIsS auch zum Teil als „unsanierbar“ geltende Schadensherde beseitigt werden können. TIsS leisten somit einen wertvollen und wichtigen Beitrag bei der Sanierung von Boden- und Grundwasserkontaminationen. Sie sind aber kein Allheilmittel und es gibt auch viele Standorte, an denen sie auf Grund verschiedenster Randbedingungen (z.B. wärmeempfindliche Infrastruktur im Untergrund, hohe Torfanteile im Boden, setzungsempfindliche Böden) nicht eingesetzt werden können.