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unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Abstract

 
   

"Thermische In-situ-Sanierung in geklüftetem Festgestein mittels Dampf-Luft-Injektion – Auslegung, Anwendung, Erfahrungen und Empfehlungen –"

Die Beurteilung der Einsatzmöglichkeiten, die Verfahrensauswahl und die Auslegung eines möglichen Einsatzes einer thermischen In-situ-Sanierung mit DLI erfordern einerseits detaillierte Standortkenntnisse aber andererseits auch eine entsprechend hohe Sachkenntnis und Erfahrung des Planers bzw. des Gutachters. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass die Verfahren mit hohem Überwachungs- und Steuerungsaufwand und mit entsprechendem Personaleinsatz verbunden sind.
Erfahrungen in den letzten Jahren bei mehreren „thermischen“ Projekten und insbesondere bei der Sanierung im Kluftgestein (Sanierungsfall Biswurm), haben auch gezeigt, dass zwischen den an einer Sanierung Beteiligten (Sanierungspflichtiger/Geldgeber,Sanierungsfirma, Gutachter und Behörden) eine offene und zeitnahe Kommunikation erforderlich ist, um z. B. während der Sanierung auf untergrund- oder anlagenbedingte Änderungen und Anpassungen kurzfristig und flexibel reagieren zu können. Hierzu müssen die Entscheidungsträger eingebunden sein. Am Standort Biswurm war dies vorbildlich und stets gegeben und ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Insgesamt kann festgehalten werden:
• Die Dimensionierung einer Dampf-Luft-Injektion entsprechend dem Stand der Technik im Rahmen der Sanierungsplanung ist möglich, jedoch ist das fachliche Knowhow bei den Planern noch nicht weit verbreitet.
• Ein Dimensionierungstool zur Auslegung einer thermischen In-situ-Sanierung mit DLI steht auf der Homepage von TASK kostenlos zur Verfügung (DLI-Tool).
• Eine vollständige und nachhaltige Sanierung von Schadensherden innerhalb definierten und bestimmbaren Zeiträumen (mit gewissen Bandbreiten)ist möglich.
• Eine thermische In-situ-Sanierung erfordert eine intensive Sanierungsbegleitung und -steuerung (Online-Datenerfassung, Anlagensteuerung).
• Einsatzbereiche und Anwendungsgrenzen werden ständig „erweitert“ bzw. „ausgereizt“, zum Teil über Pilotanwendungen.
• Der Einsatz im Kluftgestein ist erfolgreich mglich.
• Der Standort Biswurm ergab hierzu wertvolle neue Erkenntnisse und Erfahrungen („Lessons learned“).
• Die bisherige Entwicklung der thermischen Verfahren war/ist nur möglich durch zahlreiche Beteiligte und entsprechende Geldgeber die manchmal auch bereit sind, neue Wege zu gehen und flexibel und rasch auf nicht ausbleibende „Überraschungen“ zu reagieren.

Mit Blick auf die Anwendung von thermischen In-situ-Verfahren bleibt festzustellen: bei sorgfältiger und sachkundiger Anwendung können mit Hilfe von thermischen In-situ-Verfahren (TIsS) manche bisher als „unsanierbar“ geltende Schadensherde beseitigt werden. Thermische In-situ-Sanierungsverfahren sind aber wie andere Verfahren auch, nicht universell anwendbar und es gibt viele Standorte, an denen sie auf Grund verschiedenster Randbedingungen (z. B. wärmeempfindliche Infrastruktur im Untergrund, hohe Torfanteile im Boden, setzungsempfindliche Böden) nicht eingesetzt werden können. Insgesamt gesehen können TIsS einen wertvollen und wichtigen Beitrag bei der Sanierung von Boden- und Grundwasserkontaminationen leisten.