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unilogo Universität Stuttgart
Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung - IWS

Abstract

 
   

"In-situ-Sanierung von Aquiferen mit Nanopartikeln - Ergebnisse des EU-Projekts NanoRem"

Altlastsanierung mit Hilfe von Nanotechnologie - kurz Nanosanierung - beschreibt den In-situ-Einsatz von Nanopartikeln (NP) zur Behandlung schadstoffkontaminierter Böden und Grundwasserleiter. NP sind definiert als Partikel, bei denen mindestens eine Dimension kleiner als 100 nm ist. In der Sanierungspraxis können unter Umständen auch größere Teilchen zum Einsatz kommen, beispielsweise, weil die eigentlichen NP in Partikelträger eingebettet sind.
Verwendete NP sind meist aus Metallen oder Metalloxiden, häufig aus nanoskaligem Eisen hergestellt. Sie können in unterschiedlicher Weise produziert und verändert werden, um Handhabung und Sanierungsleistung zu verbessern. Beispielsweise werden sie mit einem Katalysator wie Palladium versetzt, in funktionelle Hüllmaterialien eingebettet oder auf aktive Träger (Aktivkohle) aufgebracht.
Der Fokus von Nanosanierung liegt bei der Quellensanierung in der gesättigten Zone, aber Fahnensanierung ist ebenfalls möglich. Die Technologie kann unter Gebäuden angewendet werden, nahezu unabhängig von der Anwendungstiefe. Verschiedene Nanopartikel (NP) können für diverse Schadstoffe eingesetzt werden.
Der Stand des Wissens im Jahr 2012 wurde im af-info 2/2013 dargestellt und es wurde dabei auch auf das am 01.02.2013 begonnene EU-Projekt NanoRem und dessen Ziele eingegangen.
NanoRem (www.nanorem.eu) war ein Forschungsprojekt im 7. Rahmenprogramm der EU. Ziel war, für die In-situ-Sanierung von Boden und Grundwasser mit Hilfe von Nanopartikeln praxistaugliche, effiziente, sichere und ökonomische Technologien zu entwickeln, um einen kommerziellen Einsatz in Europa zu ermöglichen und zu stimulieren. Der Einsatzschwerpunkt von Nanopartikeln liegt verfahrensbedingt bei der Sanierung von Schadensherden in Grundwasserleitern.
Das internationale NanoRem-Konsortium war mit 29 Partnern aus 13 Ländern interdisziplinär und branchenübergreifend aufgestellt.
Beteiligt waren führende europäische Forschungsgruppen und Entwickler im Bereich der Nanosanierung, außerdem Partner aus Industrie, Dienstleistungsbereich (Ingenieurbüros) und Behörden. Koordiniert wurde NanoRem von VEGAS an der Universität Stuttgart.
Die Ergebnisse von NanoRem tragen dazu bei, einen sachgerechten, zielgerichteten, effizienten, ökonomischen, und damit auch risikoarmen Einsatz von Nanopartikeln bei der In-situ-Sanierung von Boden- und Grundwasserkontaminationen zu gewährleisten. Dies umfasst neben der nun zur Verfügung stehen Auswahl kommerziell erhältlicher, unterschiedlichster NP für verschiedene Kontaminanten auch Analyse-, Simulations- und Monitoringtechniken, Anwendungsleitlinien für Ingenieurbüros und Sanierungsfirmen bis hin zu Informationen und Beurteilungshilfen für Entscheidungsträger (z.B. Sanierungspflichtige) und Behörden.
Das Projektkonsortium hofft, dass die Ergebnisse von NanoRem einen Beitrag leisten, die Nano-Sanierungstechnologie in Zukunft zur Lösung von Altlastenproblemen in Europa verstärkt einzusetzen im Sinne der Wiederherstellung einer sauberen Umwelt.