Informations- und Dialogprozess der ExxonMobil über die Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Fracking-Technologie für die Erdgasgewinnung: Arbeitsgruppe Risiken im geologischen Bereich

Duration: 2011-05-01 to 2012-05-01
Department: LH2

Informations- und Dialogprozess der ExxonMobil über die Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Fracking-Technologie für die Erdgasgewinnung: Arbeitsgruppe Risiken im geologischen Bereich

Abstract

Während der letzten 5 Jahre nahm der Anteil an Erdgas aus sogenannten unkonventionellen Lagerstätten insbesondere in den Vereinigten Staaten (Pennsylvania, Texas, Ohio) deutlich zu. Der Preisverfall für Erdgas am Rohstoffmarkt wird sogar auf diese neu erschlossenen Quellen von Erdgas zurückgeführt. Zu den sogenannten unkonventionellen Erdgaslagerstätten zählen Flözgaslagerstätten (CBM - coal bed methane) und Schiefergasvorkommen (shale gas). Tight- Gas-Vorkommen nehmen eine Zwischenstellung zwischen unkonventionellen und konventionellen Erdgaslagerstätten ein. Gemeinsam ist den unkonventionellen Erdgaslagerstätten, dass das Erdgas in relativ dichten, d.h. gering permeablen Gesteinsformationen gespeichert und damit mit klassischen Methoden nicht erschließbar ist. Obwohl die Technologie der Erschließung unkonventioneller Lagerstätten vergleichbar zu der aus der traditionellen Erdgasförderung ist, muss zur Mobilisierung und Freisetzung des eingeschlossenen Gases ein deutlich erhöhter Aufwand zur Erschließung der Ressource betrieben werden. Dies beinhaltet zum einen den Einsatz der Fracking Technologie zur Erzeugung von Rissen im Lagerstättenbereich und eine hohe Zahl von Bohrungen und damit auch intensive Übertageaktivitäten. Es besteht die Sorge, dass durch Frack-Operationen Grundwasserleiter kontaminiert werden könnten. Beim Fracking werden unter sehr hohen Drucken Fluide, die u. a. verschiedene chemische Inhaltsstoffe (ca. 1 % Biozide, Polymere, Komponenten zur Unterbindung der Tonsteinquellung, Chemikalien zum Abbau der Polymere) beinhalten, in der Lagerstätte verpresst. Ferner ist zu befürchten, dass die Zahl der Havarien aufgrund der zahlreichen Transportvorgänge übertage im Vergleich zur klassischen Erdgasförderung deutlich zunehmen könnte. Eine Anzahl von Unfällen, Umweltbeeinträchtigungen und Schäden an Infrastruktur, die mit der weltweiten Erkundung und Förderung aus unkonventionellen, aber auch konventionellen Erdgaslag erstätten in Verbindung gebracht werden, veranlassten Stellungnahmen auf Landesebene (Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen), Bundesebene (Umweltbundesamt) sowie auf europäischer Ebene. Es ergibt sich daraus, dass notwendige Anpassungen des aktuellen, gesetzlichen Regelwerks zur systematischen Kontrolle und Abwicklung der entsprechenden Projekte als auch zum Umgang mit möglichen negativen Auswirkungen, erforderlich sind. Als Reaktion darauf, aber auch auf die kontroverse, öffentliche Debatte insbesondere in den Aufsuchungsgebieten, initiierte das Unternehmen ExxonMobil einen unabhängigen und transparenten, wissenschaftlichen Informations- und Dialogprozess zur Identifikation und Bewertung möglicher Risiken für Mensch und Umwelt. Parallel zu dieser Initiative wurden sowohl durch das Land Nordrhein-Westfalen als auch das Umweltbundesamt zwei weitere, eigenständige Gutachten in Auftrag gegeben. In der vorliegenden Studie der Arbeitsgruppe ,,Risiken im Geologischen System" werden Strategie und Ansätze zur Identifikation und Bewertung potentieller Kontaminationsrisiken für das Grundwasser im Zusammenhang mit Frack-Operationen vorgestellt sowie die erzielten Ergebnisse und sich daraus ableitende Empfehlungen für das Münsterländer Kreidebecken und das Niedersächsische Becken vorgeschlagen. Die Arbeit konzentriert sich insbesondere auf die Beurteilung der Barrierewirkung der verschiedenen Deckgebirgstypen bzw. -einheiten und die Abschätzung der Mobilisierung und Migration von Frack-Fluiden sowie Methangas und die Stoffausbreitung für die Fälle, wenn die Integrität des Deckgebirges, z. B. durch die Präsenz von Wegsamkeiten wie Störungszonen, nicht gegeben ist.

Project manager

Sauter, Martin
Helmig, Rainer

Deputy

Research assistants

Kissinger, Alexander
Ebigbo, Anozie

Department

LH2

Duration

From: 2011-05-01

To: 2012-05-01

Finances

ExxonMobil

Cooperation partners

Lehrstuhl Angewandte Geologie, Universität Göttingen, PROF.DR. HEITFELD- PROF.DR.SCHETELIG - DR.-ING. HEITFELDBeratende Geologen und Ingenieure GmbH -Ingenieurbüro Heittfeld - Schetelig (IHS)

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