Der erste Stuttgarter Tag der Forschungssoftware zog am 2. März 2026 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an. Die Veranstaltung fand als Satellitenveranstaltung der deRSE26 statt, der 6. Konferenz für Research Software Engineering (RSE) in Deutschland, die an der Universität Stuttgart unter dem Vorsitz von Prof. Bernd Flemisch ausgerichtet wurde.
Nach einer Einführung durch Flemisch eröffnete Simone Rehm, CIO der Universität Stuttgart, die Veranstaltung und betonte, dass Forschungssoftware professionelles Management und eine stabile Finanzierung benötige. Sie griff das Motto des Software Sustainability Institute auf: „Better Software, Better Research.“ In einem Impulsvortrag (Link) argumentierte Jun.-Prof. Benjamin Uekermann, dass Simulationssoftware über die FAIR-Prinzipien hinausgehen und auch Benutzerfreundlichkeit und langfristige Wartbarkeit in den Vordergrund stellen müsse – Eigenschaften, die in traditionellen Publikationszyklen oft vernachlässigt würden.
Veranstalter Jun.-Prof. Timo Koch bezeichnete die Teilnehmerzahl als Zeichen für die wachsende Bedeutung von RSE in der Wissenschaft. Eine vor der Veranstaltung durchgeführte Teilnehmerbefragung ergab, dass zwei Drittel der Anwesenden aus Stuttgart waren; ein Drittel stammte von anderen deutschen und internationalen Einrichtungen. Die RSE-Arbeit erstreckte sich nachweislich über alle Fakultäten. Die Projekte variieren stark in Größe und Entwicklungsstadium. Die Teilnehmenden waren sich über eine zentrale Lücke einig: den Mangel an festen Karrierewegen und zentraler institutioneller Unterstützung für RSEs. Mit ihren Plänen für ein institutionelles RSE-Zentrum will die Universität Stuttgart diese Lücke in naher Zukunft schließen.
An diesem Tag wurden 60 Posterpräsentationen gezeigt, die die ganze Bandbreite des Stuttgarter Software-Ökosystems veranschaulichten. Es wurde eine Zenodo-Community eingerichtet, um die einzelnen Beiträge auffindbar und zitierfähig zu machen.
Author: Timo Koch; License: CC0