Zuverlässigkeitsanalyse und Risikoabschätzung für den Hochwasserschutz unter integrierter Berücksichtigung geotechnischer, hydrologischer und hydraulischer Einflussgrößen

Laufzeit: 15.06.2005 bis 30.06.2008
Abteilung: VA

Zuverlässigkeitsanalyse und Risikoabschätzung für den Hochwasserschutz unter integrierter Berücksichtigung geotechnischer, hydrologischer und hydraulischer Einflussgrößen

Inhalt

Extreme Hochwasserereignisse mit Versagen von Deichanlagenhaben schwerwiegende ökonomische, soziale und ökologische Konsequenzen, die vonder Intensität und Dauer des an der Bruchstelle freigesetzten Flutstroms unddem Schadenspotenzial im überfluteten Siedlungsgebiet abhängen. In der Praxiswird das Bemessungshochwasser zwar festgelegt, jedoch ist der statistischeCharakter der vielfältigen meteorologischen, hydrologischen und hydraulischenEinwirkungen auf das Schutzbauwerk für die Versagenswahrscheinlichkeitmitbestimmend.

Ausgangsbasis für Risikobetrachtungen ist die stochastische Natur derEinwirkungen auf Hochwasserschutzbauwerke. Die Kenntnis aller einwirkendenGrößen einschließlich deren Unsicherheit führt zu einerVersagenswahrscheinlichkeit. Eine Sensitivitätsanalyse ermöglicht ein Rankingder Belastungs- wie auch der Widerstandsfaktoren. Hierdurch lassen sichSchwachstellen in Deichsystemen aufdecken, die für eine Reduzierung desHochwasserrisikos wichtig sind. Die Kombination von Schadenspotenzial in derSchutzzone mit der Versagenswahrscheinlichkeit des Deiches erlaubt eine Aussageüber das Schadensrisiko eines Flussabschnittes. Der Vergleich vonSchadensrisiko und Aufwendungen zur Verringerung des Versagensrisikos istSchwerpunkt einer Kosten-Nutzen-Betrachtung.

Ziel ist die Entwicklung eines Instrumentariums zur Bestimmung desHochwasserschadensrisikos für eingedeichte Flussstrecken. Hierbei werdeneinerseits alle relevanten Einwirkungen wie Höhe und Dauer des Wasserstandes,Welleneffekte, sowie die boden- und strukturmechanischen Parameter desSchutzbauwerks einschließlich der Unsicherheiten bzgl. Modellannahmen undModellparameter erfasst. Dies ermöglicht eine umfassende Analyse derSchwachstellen und die Beurteilung der Versagenswahrscheinlichkeitunterschiedlicher Deichsysteme im Hinblick auf Aufbau, Material, Alter, etc.

Die erarbeiteten Methoden und Modelle sollen an Flussstrecken (Deichstrecken ander Iller, Baden-Württemberg / Bayern und der Elbe, Sachsen) auf ihreAnwendbarkeit hin getestet und umgesetzt werden. Das Instrumentarium sollschließlich Ingenieurbüros, Planungsbüros und Wasserwirtschaftsämtern bei der Neuplanung, Sanierung und Verstärkung von Hochwasserschutzdeichen eine praktische Hilfe sein.

Projektträger:
Forschungszentrum Karlsruhe, Bereich Wassertechnologie und Entsorgung (PTKA)

Koordinierung der Förderaktivität:
GeoForschungsZentrum (GFZ) Potsdam

Förderkennzeichen: 02WH0632
rimax-hochwasser
Aktuelles
Workshop: Probabilistische Bemessung von Dämmen und Deichen fürden Hochwasserschutz
am 13.10.2008

Im Rahmen dieses Workshops werden die Ergebnisse desRIMAX-Forschungsprojekts "PCRiver" zur probabilistischenBemessung von Flussdeichen im Hochwasserschutz vorgestellt.Im Mittelpunkt steht die Diskussion der Unsicherheiten hydraulischerund geotechnischer Eingangsparametersowie Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis.Schwerpunktmäßig werden folgende Themen behandelt:
Einfluss der Deich- und Untergrunderkundungauf die Versagenswahrscheinlichkeit

Zuverlässigkeitsniveau und Zuverlässigkeitsbordals praktisches Maß zur Beurteilung des Schutzgradesvon Flussdeichen.

Zusatzaufwand und zusätzliche Erkenntnissegegenüber der deterministischen Bemessung

Vorstellung des Softwarepakets PC-Ring / PCRiverals Produkt

Weiter Informationen entnehmen Sie unserer Broschüre: Download

Poster

Leiter

Vermeer, Pieter A.
Westrich, Bernhard

Stellvertreter

Bearbeiter

Möllmann, Axel
Merkel, Uwe

Abteilung

VA

Zeitraum

Von: 15.06.2005

Bis: 30.06.2008

Finanzen

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Partner


Verbundpartner:
Institut für Geotechnik (Universität Stuttgart)
Institut für Wasserbau (Universität Stuttgart)

Kooperationspartner:
Prof. ir. drs. Han Vrijling, Delft University ofTechnology, Department of Hydraulic and Geotechnical Engineering (TU Delft)
Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing. Andràs Bárdossy, Institut für Wasserbau, Lehrstuhl für Hydrologie und Geohydrologie (Universität Stuttgart)

Zusammenarbeit mit Dritten:
Rijkswaterstaat (Ministerie van Verkeer enWaterstaat), Niederlande
Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen
Regierungspräsidium Tübingen, LandBaden-Württemberg

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