Ausleitungsstrecke Jettenbach – Töging am Inn

Entwicklung eines holistischen und nachhaltigen Sedimentmanagementkonzepts zur Verbesserung der gewässermorphologischen Situation in der Ausleitungsstrecke Jettenbach – Töging am Inn

Laufzeit: 01.07.2019 bis 31.12.2021
Abteilung: LWW, VA

Inhalt

Der Inn, mit einer Länge von 217 km in Bayern, ist der wasserreichste Fluss Bayerns und zugleich der größte nordalpine Zufluss der Donau. Er ist charakterisiert durch einen hohen Sommerabfluss, niedrige Wassertemperaturen sowie eine hohe Geschiebe- und Schwebstoffführung und ist aufgrund seiner hohen Fließgeschwindigkeit als typischer Gebirgsfluss einzuordnen.

Im Jahre 1924 wurde durch die VERBUND-Innkraftwerke GmbH das Wehr Jettenbach und der Innwerkkanal mit dem Kraftwerk Töging zur Energieerzeugung gebaut. Durch die Baumaßnahme weist die Ausleitungsstrecke aufgrund einer mangelnden Geschiebezufuhr und eines stark reduzierten Abfluss in Mittel- und Niederwasserzeiten erhebliche wasserwirtschaftliche und ökologische Defizite auf.

Die VERBUND-Innkraftwerke GmbH plant in den kommenden Jahren eine Erweiterung des Kraftwerks Jettenbach/Töging mit dem Ziel einer Effizienzsteigerung der Anlage. Dazu soll die zur Wasserkraftnutzung entnommene Wassermenge von 340 m³/s auf 410 m³/s erhöht werden. Auch wenn für die Ausleitungsstrecke eine jahreszeitlich gestaffelte Restwasserabgabe (35 - 50 m³/s) vorgesehen ist, wird sich die höhere Wasserentnahme auf die Charakteristik der in der Ausleitungsstrecke verbleibenden Abflüsse und deren Ganglinien auswirken.

Im Rahmen der Studie „Entwicklung eines holistischen und nachhaltigen Sedimentmanagementkonzepts zur Verbesserung der gewässermorphologischen Situation in der Ausleitungsstrecke Jettenbach – Töging am Inn“ ist der Lehrstuhl für Wasserbau und Wassermengenwirtschaft damit beauftragt zu überprüfen, inwieweit durch das Ausbilden von Kleinstrukturen oder durch ein gewässerökologisch orientiertes Geschiebemanagement und Spülkonzept eine Verbesserung der Substratqualität und damit auch der Habitateignung für kieslaichende Fischarten erreicht, und dadurch ein guter ökologischer Zustand, entsprechend der EU-WRRL, hergestellt werden kann.

 

Dazu soll in einem ersten Schritt der Ist-Zustand bewertet werden. Im Fokus steht hierbei eine detaillierte Untersuchung hinsichtlich der Sedimenteigenschaften und einer möglichen Kolmation von bestehenden Kiesbänken in der Ausleitungsstrecke. Es wird untersucht, inwieweit die Kombination aus ökologischer Spülung, gezielter Sedimentzugabe und Auflockerungsbaggerungen eine geeignete Managementstrategie darstellt, um die Ausleitungsstrecke bezüglich Ihres morphologischen Zustandes nachhaltig zu verbessern.

Die Arbeitspakete beinhalten umfassende Felduntersuchungen, eine hydrodynamische sowie hydromorphologische Modellierung, um eine Analyse und Bewertung des Ist-Zustandes und der geplanten Verbesserungsmaßnahmen durchzuführen. Zusätzlich werden in Zusammenarbeit mit der Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft vertiefte Untersuchungen sowie eine Habitateignungsmodellierung durchgeführt. Darauf aufbauend folgt die Planung, Modellierung und Durchführung eines ökologischen Spülversuchs in Kombination mit einem aktiven Geschiebemanagement, welches durch die Simulationsergebnisse im Einklang mit dem örtlichen Hochwasserschutz steht. Im Rahmen der Studie wird schließlich ein ganzheitliches Maßnahmenkonzept erstellt und eine Monitoringstrategie entwickelt, um nachhaltig einen guten ökologischen Zustand zu erreichen.

Leiter

Stellvertreterin

Abteilung

Zeitraum

Von: 01.07.2019

Bis: 31.12.2021

Finanzen

VERBUND-Innkraftwerke GmbH

Partner

Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft

 

Anfahrt

Pfaffenwaldring 61, 70569 Stuttgart

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